Die_Zukunft_der_Verpckung.jpg

Die Zukunft der Verpackung

Wie beeinflusst die Digitalisierung die Verpackungsbranche? Und mit welchen schutzrechtlichen Konsequenzen ist zu rechnen? Ein Blick in die Glaskugel.

Ob Schlauchbeutel, Falteinschlag oder Schachtel: Es gibt viele Möglichkeiten, um Produkten eine Verpackung zu geben. Das Prinzip ist meist bekannt und etabliert. Auch rechtliche Fragen, zum Beispiel nach den Nutzungsrechten für die Verpackung, lassen sich in vielen Fällen leicht klären. Doch wie sieht es morgen aus? Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf Verpackungen und auf diejenigen, die sie entwickeln, herstellen oder nutzen? Darüber lässt sich allenfalls spekulieren.

Absehbar ist zum Beispiel, dass Verpackungen immer mehr Informationen tragen werden. Die Folge: Die Verpackung denkt mit. Sie informiert den Allergiker darüber, ob Nüsse im Müsli enthalten sind. Und sie »weiß«, wo das Fleisch unter der Plastikfolie herkommt. Zudem kann sie Informationen für die Logistik bereithalten, die sich maschinell auslesen lassen. Die Möglichkeit, physische Gegenstände wie Verpackungen und Daten miteinander zu vernetzen, gewinnt unter dem Schlagwort Internet of Things (loT) an Bedeutung. Das hat auch Auswirkungen auf die Gestaltung von Verpackungen. Wo Informationen anderweitig gespeichert sind, müssen sie nicht aufgedruckt werden: Einfach das Smartphone an das Produkt halten - schon kommen die Infos aufs Display. Sie können Verbrauchern ebenso nützlich sein wie Lebensmittelherstellern, -lieferanten oder –kontrolleuren.

Wenn sich durch das loT die Art von Verpackungen ändert, hat das womöglich auch rechtliche Konsequenzen. Folgende Szenarien sind denkbar:

Speichertechnologien

Wenn eine Verpackung Technologien wie NFC oder Hologramme zur Speicherung von Daten nutzt, sind wahrscheinlich Patentrechte zu beachten. Wenn Sie als Unternehmen diese Technologien nutzen möchten, sollten Sie sich informieren, ob Sie Lizenzen erwerben müssen oder ob der Zulieferer der verwendeten Speichermedien diese für Sie erworben hat.

Big Data

Maschinen für die Produktion zu verpackender Produkte und für die Herstellung der Verpackungen selbst können eine Vielzahl nützlicher Daten erheben. Wollen Sie solche Daten auf die Packungen drucken oder in der Verpackung speichern, sollten Sie sich fragen, ob sie diese überhaupt verwenden dürfen, und dies vertraglich absichern.

Verpackungen

Bekannte Verpackungen können durch eine Integration von Informationen oder Speichermedien dem Patentschutz zugänglich sein. Wer diese nutzen möchte, sollte sichergehen, dass er dazu auch in dem gewünschten Umfang berechtigt ist.

Losgröße eins

Kundenspezifische Produktlösungen dürften durch die Digitalisierung leichter realisierbar und häufiger nachgefragt werden, weil sich Fertigungsprozesse miteinander verknüpfen und automatisieren lassen. Kann der Kunde die Individualisierung der Verpackung eigenständig beeinflussen, steigt die Gefahr von Markenverletzungen: Denn die Software einer Produktionsmaschine erkennt womöglich nicht, dass es sich bei dem individualisierten Design um ein variiertes Logo oder einen abgewandelten Slogan handelt. Diese können aber in Markenrechte Dritter eingreifen. Auch hier ist Vorsicht geboten.

Die Liste an rechtlichen Auswirkungen lässt sich bestimmt noch weiter fortsetzen. Und auch in anderen Lebensbereichen wird uns die Digitalisierung vor Herausforderungen stellen. Daher sollten wir die Entwicklungen beobachten und womöglich mitgestalten. Bei allem Fortschrittsglauben und der Faszination für neue Technologien gilt es aber auch kritisch zu bleiben: Denn was technisch möglich ist, muss nicht unbedingt auch erlaubt sein.

Erschienen in Ausgabe 1/2019 der Zeitschrift creativ verpacken.

Photo credits: viperagp - AdobeStock, vege - fotolia.com

Zurück zu den aktuellen Blogbeiträgen